3D-Fotos: lebhafte Erinnerungen auf dem Smartphone

08.04.2022

8 Minuten

Zuletzt aktualisiert am 11.09.2026

Frau macht Foto von einer Landschaft

Du kennst es aus dem Kino: 3D-Effekte erzeugen lebensechte Eindrücke und räumliche Rundum-Erlebnisse. Inzwischen geht das aber auch ohne aufwendige Filmproduktionen und Pappbrillen! Wir verraten dir, wie du deinem Lieblingsfoto den waschechten 3D-Look verpasst – ganz einfach mit dem Smartphone. 

Das Wichtigste in Kürze

  • 3D-Fotos erzeugen keinen echten Raum, vermitteln aber durch Tiefeninformationen und Perspektivwechsel einen räumlichen Eindruck
  • Moderne Smartphones und spezielle Apps können normale Fotos mithilfe von KI und Algorithmen in 3D-Bilder umwandeln
  • Mehrere Kameralinsen und zusätzliche Tiefeninformationen können die Erstellung von 3D-Effekten unterstützen
  • Apps wie Facebook, PopPic, Loopsie und Parallax bieten verschiedene Möglichkeiten, 3D-Fotos und 3D-Effekte zu erstellen
  • Für besonders realistische Ergebnisse eignen sich statische Motive, ein klarer Abstand zwischen Motiv und Hintergrund sowie ein möglichst ruhiger Hintergrund

Mit dem Smartphone in die dritte Dimension

Wie so oft eröffnet uns die Technik auch in puntco Dreidimensionalität neue Möglichkeiten, unsere Wahrnehmung auszutricksen – und herkömmliche 2D-Schnappschüsse um ein paar Tiefeninformationen zu ergänzen. Das Resultat: Ein Foto, dessen Motiv bei Bewegung – beispielsweise durch Tippen oder Streichen auf dem Display oder durch Neigen des Handys – aus verschiedenen Perspektiven erlebbar wird. Wie genau das funktioniert und mit welchen Apps du dein ganz eigenes 3D-Erlebnis erschaffen kannst, zeigen wir dir im Folgenden!

Was ist eigentlich ein 3D-Foto?

Zugegeben: Die Vorstellung eines dreidimensionalen Fotos kann zunächst erst mal Verwirrung stiften. Schließlich sind Bilder doch per se zweidimensional, oder etwa nicht? An und für sich stimmt das schon: Fotos bilden unsere dreidimensionale Realität flach ab, indem sie sich eben lediglich in die Höhe und in die Breite erstrecken. Ein echtes 3D-Foto, das tatsächlich in die Tiefe reicht, gibt es streng genommen also gar nicht – zumindest, wenn wir Glasfotos und andere Spielereien mal außen vor lassen.  

Was wir aber eigentlich meinen, wenn wir von 3D-Fotografie sprechen, sind Bilder, die den Eindruck einer Tiefendimension vermitteln und auf diese Weise räumlich wirken. Und die gibt es durchaus. Erzielen lässt sich die dreidimensionale Optik auf verschiedene Weise: entweder mittels Stereokopie oder durch Bewegung.  

Bei der Stereoskopie wird ein Räumlichkeitseffekt erzeugt, indem das rechte und das linke Auge jeweils ein Bild derselben Szene vorgeführt bekommen, das sich hinsichtlich des Aufnahmewinkels ganz geringfügig vom Gegenstück unterscheidet. Besonders gut wahrnehmbar wird der Effekt dann, wenn eine 3D-Brille oder ein Stereoskop dafür sorgt, dass jedes Auge auch wirklich nur das gewünschte Bild sieht. 

Jetzt fragst du dich vielleicht, was das Ganze mit Smartphone-Fotografie zu tun hat. Let’s see. 

3D-Bilder mit dem Smartphone: Das steckt dahinter

Als Facebook vor einigen Jahren mit dem 3D-Effekt für Fotos an den Start ging, war der Spaß zunächst einer Gruppe von Auserwählten vorbehalten: Nur iPhone-Nutzer, deren Modell über mindestens zwei Kameralinsen verfügte, konnten Aufnahmen aus ihrer Galerie oder frisch geknipste Bilder mit ein paar Klicks in ein vermeintlich dreidimensionales Wunderwerk verwandeln. Der Grund: Je mehr Kameralinsen die Smartphone-Kamera aufweist, desto weniger Informationen müssen nachträglich künstlich hinzugefügt werden. Da die Linsen bei einer Dualkamera zum Beispiel unter- oder nebeneinander angeordnet sind, fangen sie automatisch zwei verschiedene Blickwinkel auf das Hauptmotiv ein – ähnlich wie bei der Stereoskopie. Ein zusätzlicher LiDAR-Scanner zur Licht- und Entfernungserkennung hilft der Kamera bei der Aufnahme Entfernungen wahrzunehmen und somit Tiefeninformationen zu registrieren.  

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Heute herrscht im 3D-Himmel keine Zwei-Klassen-Gesellschaft mehr – jeder kann mitwirken und mit seinen Aufnahmen herumexperimentieren. Alles, was es braucht, sind ein Smartphone mit Kamera und eine App, die mittels künstlicher Intelligenz und Algorithmen die nötigen Schritte durchführt, um digitale Aufnahme mit der 3D-Technologie zu pimpen. Aber wie genau funktioniert das eigentlich?

Egal, ob ein bereits vorhandenes Bild mit dem 3D-Effekt versehen oder ein neues Foto in 3D aufgenommen wird – in den Grundzügen funktioniert die Erstellung immer gleich. Das von dir hochgeladene Foto wird zunächst analysiert. Die Software ermittelt Hauptmotiv und Hintergrund, setzt die einzelnen Elemente zueinander in Relation und entwirft auf diese Weise die nötigen Tiefeninformationen, um das Motiv aus verschiedenen Perspektiven möglichst realistisch abzubilden. Dazu wird das Bild einfach gesprochen vervielfacht – manche Apps arbeiten deshalb auch mit Videomaterial oder mit 180 Grad oder gar 360 Grad Aufnahmen. Die verschiedenen Bildebenen, die entweder aus mehreren Kameralinsen oder aus tatsächlich aufgenommenem Video- oder Bildmaterial stammen oder aber mithilfe von Künstlicher Intelligenz erzeugt wurden, werden dann übereinandergelegt, sodass sie förmlich miteinander verschmelzen. Im Fachjargon nennt man diesen Prozess übrigens Rendern. Aus den Überlagerungen ergibt sich ein multiperspektivisches Bild – auch bekannt als 3D-Foto.  

Was die Darstellung angeht, dominieren Wackelbilder und Videos. Facebook zum Beispiel bringt den 3D-Effekt auf dein Smartphone, indem du durch Bewegung verschiedene Perspektiven einnehmen und deinen Blickwinkel auf das Hauptmotiv verändern kannst. Hierbei ist die User-Erfahrung vor allem dadurch besonders intensiv, dass du den Perspektivwechsel selbst steuern kannst, indem du durch Tippen, Streichen oder Kippen die Richtung vorgibst und damit aktiv am Betrachtungsprozess beteiligt bist. Fast so, als würdest du wirklich deinen Blick durch den Raum schweifen lassen. 

So geht’s: Mit diesen Apps kannst du 3D-Bilder erstellen

Was du in jedem Fall brauchst, um deine Aufnahme mit dem Smartphone in ein 3D-Foto zu verwandeln, ist eine App mit der passenden Technologie. Deshalb stellen wir dir im Folgenden ein paar kostenlose Optionen vor:

Facebook & PopPic: 3D durch Kippfunktion

Auch wenn unter den Sozialen Medien eher Instagram als Heimathafen für Fotoenthusiasten gilt, hat Facebook 3D-Fotos massentauglich gemacht. Wer Likes generieren und seine Timeline aufhübschen möchte, muss nur ein paar Klicks tätigen.  

Öffne dazu einfach die Facebook-App, logg dich mit deinen Anmeldedaten ein und schon kann es losgehen. In deinem Feed kannst du nun einen neuen Beitrag erstellen und dafür ein Foto hochladen – oder alternativ auch eins aufnehmen. Nach dem Upload erscheint im oberen Bereich des Bildes eine Leiste. Wähle die Option „3D-Foto erstellen“, schon erscheint deine Aufnahme im neuen Format. Das Ergebnis kannst du jetzt in deinem Feed teilen: einfach Handy neigen oder mit dem Finger über das Display wandern und den Raumeffekt genießen!

Tipp: Wenn du dein Bild zusätzlich bearbeiten oder mit einem Filter versehen möchtest, solltest du das vorher tun. Am dreidimensionalen Pendant kannst du rückwirkend keine Änderungen mehr vornehmen.  

Auch mit der PopPic App für Android und iOS kannst du dreidimensionale Erinnerungen kreieren. Erlaube der App dazu, auf deine Kamera und deine Galerie zuzugreifen, nimm ein Foto in der Anwendung auf oder wähle ein beliebiges Motiv aus deinem Archiv aus und schon erstellt PopPic einen 3D-Abzug deines Bildes. Ob es geklappt hat, siehst du, wenn du dein Handy leicht nach links, rechts, oben oder unten neigst. Dem Wackelbild kannst du nun mithilfe von zahlreichen Funktionen einen neuen Schliff verpassen. So kannst du verschiedene Filter anwenden, um Stimmung und Farbgebung zu beeinflussen, einen Effekt hinzufügen, um den Hintergrund zu bearbeiten, oder die Blende beziehungsweise den f-Wert künstlich nachkorrigieren und so den Fokus zu bestimmen.   

Loopsie & Parallax: 3D durch Videofunktion

Zwei weitere Apps, die sich für die Erstellung von 3D-Fotos eignen, sind Loopsie und Parallax. Wie schon bei PopPic benötigst du auch hier keinen Account und kannst bereits mit den kostenlosen Standardfunktionen gute Ergebnisse erzielen. Die kostenpflichtigen Premium-Varianten halten verschiedene Extra-Features wie zusätzliche Effekte, Filter und Co für dich bereit.  

Beide Apps zeichnen sich durch eine recht einfache Bedienung aus. Gehen wir den Ablauf einmal schnell Schritt für Schritt durch.  

Nachdem du bei Loopsie die erforderlichen Zugriffsrechte erteilt hast, kannst du über ein kleines Plus Bilder importieren oder direkt in der App aufnehmen. Nach dem Upload wird die Tiefe geschätzt und die Aufnahme analysiert – und schon hast du dein Foto mit Looping-3D-Effekt. Nun kannst du verschiedene Filter anwenden oder das Ergebnis manuell bearbeiten, indem du deine Wunscheinstellungen Schritt für Schritt durchführst und so die einzelnen Parameter wie zum Beispiel Helligkeit und Co nach Belieben regulierst.  

Pluspunkt: Das Resultat kannst du sowohl als Video als auch als Live-Foto in deiner Camera Roll sichern oder einfach direkt bei Instagram hochladen.  

Mit Blick auf die Benutzeroberfläche wirkt Parallax zunächst recht ähnlich. Auch hier gelangst du über ein kleines Pluszeichen zum Auswahlmenü, wo du nun unter anderem 3D-Fotos erstellen kannst. Die Umwandlung von 2D in 3D verläuft auch hier automatisiert, im Nachhinein gelangst du in eine Maske, in der du verschiedene Einstellungen vornehmen kannst. Neben Filtern, animierten Stickern und klassischen Bearbeitungsparametern wie Kontrast und Co kannst du auch den 3D-Effekt anpassen. So lassen sich zum Beispiel Geschwindigkeit, Bewegungsfluss und Fokuspunkt einstellen. Sobald du deine Aufnahme fertig bearbeitet hast, kannst du das Ergebnis als Video exportieren oder direkt bei TikTok und Instagram hochladen.  

Übrigens: Bei Parallax kannst du auch eine 3D-Kamera aktivieren, um mehrere Bilder aus verschiedenen Winkeln rund um das Hauptmotiv aufzunehmen, die dann später von der App zu einem 3D-Foto überlagert werden.  

Smartphone mit einer Animation, sodass ein Wasserfall aus dem Bildschirm läuft

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Pro Tipps: So wird dein 3D-Bild noch realistischer

Du siehst: Inzwischen gibt es verschiedene Apps, die aus deinen Erinnerungen digitale 3D-Erlebnisse erschaffen können. Die vier Beispiele, die wir dir oben vorgestellt haben, lassen sich natürlich um einige weitere ergänzen und stellen nur einen Ausschnitt der vielseitigen Möglichkeiten dar. Am besten du probierst dich einfach durch und schaust selbst, welche dir am meisten zusagt. Die User-Experience hängt schließlich auch ein Stück weit von deinen individuellen Präferenzen ab!  

Worauf du letztlich zurückgreifst, um deinem Lieblingsfoto die dritte Dimension zu verpassen, ist also zweitrangig. Damit das Ergebnis aber möglichst realistisch aussieht, geben wir dir zum Abschluss noch ein paar kleine Tipps mit an die Hand:  

  • Wähle auf jeden Fall ein statisches Motiv, das sich möglichst gar nicht bewegt. So süß dein Hund auch sein mag – für ein 3D-Bild, das mittels KI erzeugt wird, ist er nicht die beste Wahl
  • Positioniere dein Hauptmotiv mittig im Bild und achte darauf, dass die Tiefendimension tatsächlich eine Rolle spielt: Motiv und Hintergrund sollten also einen gewissen Abstand zueinander aufweisen
  • Ein unspektakulärer oder zumindest weitestgehend einfarbiger Hintergrund kann dafür sorgen, dass der Effekt am Ende besser zur Geltung kommt
  • Eine Kamera, die über mehrere Kameralinsen verfügt, nimmt der KI ein Stück Arbeit ab und kann Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln erstellen, die dann mittels Überlagerung zusammengefügt werden

 

Und jetzt: Viel Spaß beim Ausprobieren! 

Häufig gestellte Fragen