Unterwasserfoto mit dem Handy: Tipps & Tricks

11.08.2022

6 Minuten

Zuletzt aktualisiert am 11.09.2026

Person fotografiert unterwasser

Der nächste Urlaub am Meer steht an, aber du bist dir nicht sicher, ob dein Smartphone fit für einen Tauchgang ist? Wir zeigen dir, wie du deine Urlaubsgalerie mit spektakulären Unterwasserbilden pimpst – ganz ohne Schaden und Schiffsbruch. Risk? Zero! Fun? Ja, man!

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Smartphone gelingen Unterwasserfotos oft auch ohne spezielle Unterwasserkamera, ein Unterwassergehäuse kann jedoch zusätzlichen Schutz bieten
  • Die IP-Zertifizierung schützt nur unter bestimmten Bedingungen und im Auslieferungszustand des Smartphones vor Wasser
  • Für gute Unterwasserbilder eignet sich natürliches Sonnenlicht besser als der Kamerablitz
  • Halte möglichst wenig Abstand zum Motiv und verzichte unter Wasser nach Möglichkeit auf den Zoom
  • Serienbildfunktion, AE/AF-Sperre und ein angepasster Weißabgleich können die Bildqualität deutlich verbessern

Wie macht man Unterwasserfotos?

Unterwasserfotos sind ein besonderes Highlight unter den Urlaubsfotos. Doch wie macht man sie und worauf sollte man dabei achten? Wenn du Unterwasserfotos mit dem Handy machst, hat das einen entscheidenden Vorteil: Im Gegensatz zu professionellen Unterwasserfotografen brauchst du kein aufwändiges Zubehör. Auch auf eine spezielle Unterwasserkamera wie eine Spiegelreflexkamera kannst du in der Regel verzichten. Gadgets wie ein Unterwassergehäuse für dein Handy sind aber durchaus sinnvoll. Eine große Rolle bei Aufnahmen unter Wasser spielen die Lichtverhältnisse. Damit dein Motiv auch unter der Wasseroberfläche optimal belichtet ist, solltest du deshalb ein paar Maßnahmen ergreifen.  

Unterwasserfotografie – Handy richtig schützen

Generell gilt: Smartphones, deren IP-Klasse mit der Kennziffer 8 endet, sind wasserdicht, also gegen dauerndes Untertauchen geschützt. Gemeint ist dabei ein Untertauchen des Handys in Süßwasser, für maximal 30 Minuten und in wenigen Metern Tiefe. Das klingt erst einmal gut, aber Achtung: Diese IP-Zertifizierung bezieht sich nur auf den Zustand des Smartphones bei Auslieferung. Kleinere Beschädigungen am Handy können bereits dazu führen, dass es Wassereinwirkung weniger gut standhält. Hinzu kommt, dass Wasserschäden häufig von der Garantie ausgenommen sind – deshalb warnen Hersteller wie Apple sogar davor, das Smartphone beim Tauchen mit ins Wasser zu nehmen.  

Was also tun? Grundsätzlich lautet die Devise: better safe than sorry! Zuerst bietet es sich an, ein altes Handy aus der Schublade zu kramen. Auf diese Weise stellst du sicher, dass dein neues Smartphone als dein täglicher Begleiter geschützt ist. Wenn du kein altes Handy parat hast, dein neues aber trotzdem nicht einfach so dem Wasser aussetzen möchtest, kannst du ein Unterwassergehäuse nutzen. Dieses Gadget-Wunder der Unterwasserfotografie gibt es von verschiedenen Herstellern und für unterschiedliche Smartphone-Größen – meist mit zugehöriger App, über die das Case mit der Handykamera kommunizieren kann. Mit kleineren Herausforderungen ist hier dennoch zu rechnen, denn die Bedienung des Touchscreens kann durch das Gehäuse etwas eingeschränkt sein.   

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Samsung und Apple arbeiten jeweils an einem Unterwassermodus für Smartphones. So soll der Touchscreen auch unter Wasser leicht zu bedienen sein.

Tipps & Tricks für deine Unterwasserbilder

Eins ist klar: Unterwasser knipst du unter erschwerten Bedingungen. Das Licht ist nicht das Beste, die Aufnahmen tendieren zum Blaustich und die Gefahr von verwackelten Fotos ist beim Tauchen hoch. Es gibt aber einige Tricks, die du anwenden kannst, um dein Motiv unter der Wasseroberfläche optimal in Szene zu setzen – und zwar ohne extra eine Spiegelreflexkamera anschaffen zu müssen. Und so geht’s! 

Person fotografiert unterwasser

#1 Lichtquelle: Let the sun shine

Wenn du es beim Fotografieren mit schlechten Lichtverhältnissen zu tun hast, denkst du vielleicht zuerst an den Blitz als mögliche Lösung. Einige wasserfeste Gehäuse unterbinden jedoch den Blitz deines Smartphones. Das ist gar nicht so dramatisch, denn das Blitzlicht würde ohnehin die kleinen Schwebeteilchen im Wasser erfassen, die später auf dem Unterwasserfoto zu sehen wären – no, thanks.  

Das Licht für deine Unterwasserbilder muss also aus einer anderen Quelle kommen. Eine der ergiebigsten Lichtquellen für die Unterwasserfotografie ist die Mittagssonne. Zur Mittagszeit erreicht die Sonne ihren Höchststand. Das kommt deinen Unterwasserfotos zugute, weil die Unterwasserwelt um diese Zeit von der Sonneneinstrahlung optimal ausgeleuchtet wird.  

#2 Abstand: Keep the distance

Gemeint ist hier der Abstand zu deinem Motiv – und der sollte möglichst gering sein. Auch wenn es verlockend ist, den Zoom von Kameras zu nutzen, solltest du das unter der Wasseroberfläche lieber nicht tun. Dafür gibt es zwei Gründe: Einerseits können deine Aufnahmen leichter verwackeln und andererseits ist der Zoom ein wahrer Lichtschlucker. Deshalb solltest du möglichst nah an die Objekte herantauchen, die du fotografieren möchtest. Halte je nach Motiv mit der Kamera deines Handys nur wenige Zentimeter oder höchstens zwei Meter Abstand.  

#3 Kamerafunktionen: Use ‘em features

Unterwasserfotos mit dem Handy zu schießen, ist gar nicht so easy. Damit deine Aufnahmen am Ende nicht nur gut belichtet, sondern auch scharf und on point sind, kannst du auf ein paar hilfreiche Funktionen deiner Kamera-App zurückgreifen. Mit der Serienbildfunktion kannst du eine schnelle Abfolge von Bildern schießen und so auch bewegliche Motive unter Wasser bestmöglich ablichten.  

Die Serienbildfunktion kannst du entweder über das Menü der Kamera aktivieren – egal ob IOS oder Android – oder du hältst den Auslöser gedrückt. Lässt du den Auslöser wieder los, beendet die Kamera die Serienaufnahme. Anschließend kannst du in den Miniaturbildern das beste auswählen und speichern, während du verwackelte Aufnahmen sofort löschen kannst. Einige Handymodelle treffen sogar eine Vorauswahl für dich und zeigen das optimale Pic an.    

Eine weitere Funktion, die das Leben leichter macht, ist die AE/AF-Sperre. „AE“ steht dabei für „Auto Exposure“, also die Belichtungsmessung; „AF“ steht für den Auto-Fokus. Meistens ist beides als Standardeinstellung in der Handykamera aktiviert. Fokus und Belichtung werden also automatisch eingestellt. Meistens ist das praktisch, aber der Autofokus erweist sich spätestens dann als überflüssig bis störend, wenn er unter Wasser kleine Schwebepartikel fixiert, anstatt das eigentliche Motiv zu fokussieren. So hast du zwar scharf gestellte Algenteilchen, aber einen verschwommenen Fisch – und damit einen ordentlichen Foto-Fail.  

Die AE/AF-Sperre ist hier ein echter Game Changer und lässt sich ganz leicht aktivieren: Lege durch Antippen den gewünschten Fokus fest. Halte dann den Fokus mit dem Finger gedrückt, bis darunter die Option „AE/AF-Sperre“ erscheint. Tippst du darauf, wird der zuvor ausgewählte Fokus fixiert, sodass der Autofokus aufhört, von Motiv zu Motiv zu springen.  

#4 Bildbearbeitung: Pimp your picture

Da Blau in der Regel die vorherrschende Farbe ist, wenn du dich im Salzwasser auf Tauchgang begibst, äußert sich das oft auch als Blaustich auf deinen Unterwasserfotos. Das ist aber kein Grund für Bad Vibes: Weißabgleich regelt. Neben Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Co. kannst du bei Aufnahmen mit deiner Handykamera auch die Wärme, also die Farbtemperatur, anpassen. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als der Weißabgleich. Haben deine Unterwasserbilder einen Blaustich, schiebe den Regler für die Farbtemperatur etwas weiter nach rechts. Dadurch wird deiner Aufnahme nachträglich rotes und oranges Licht hinzugefügt, das im Wasser herausgefiltert wurde – der Blaustich verschwindet.  

Wie entferne ich Schwebeteilchen auf Unterwasserfotos? Am besten retuschierst du Schwebeteilchen mit einer Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop oder GIMP. Um Schwebeteilchen auf deinen Unterwasseraufnahmen schon im Voraus zu vermeiden, solltest du gegen die Strömung fotografieren und möglichst stillhalten, damit du nichts aufwirbelst. 

Wasserdichte Smartphones bei congstar

Ein Unterwasserfoto zu schießen, stellt dich zwar vor andere Herausforderungen als Aufnahmen an Land – doch mit Unterwassergehäuse, Sonnenlicht, Weißabgleich und Co. bist du bestens auf deine Foto-Tour unter Wasser vorbereitet. Also schnapp’ dir dein Handy und go for it!  

Mit diesen Modellen kannst du direkt durchstarten:

Häufig gestellte Fragen