Du hast einen Virus oder Trojaner auf dem Handy? Das kannst du tun.

12.08.2026

12 Minuten

Zuletzt aktualisiert am 12.08.2026

Handy mit Totenkopf

Ebenso wie der Desktop-PC können auch mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets mit Viren infiziert werden. Wie du verhinderst, dass Malware wie Viren, Trojaner, Adware & Co. dein Handy befallen, und wie du im Falle einer Infektion vorgehst, zeigen wir dir hier. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Viren, Trojaner und andere Schadprogramme sind eine Bedrohung für dein Handy und gelangen häufig über unseriöse Apps, verseuchte Websites, E-Mails, Downloads oder Bluetooth auf das Smartphone
  • Auffällige Werbeanzeigen, unbekannte Apps, ein ungewöhnlich hoher Akku- oder Datenverbrauch sowie Leistungseinbrüche können auf eine Malware-Infektion hindeuten
  • Besteht ein Verdacht, solltest du dein Handy mit einer seriösen Antiviren-App überprüfen und erkannte Schadsoftware umgehend entfernen
  • Schützen kannst du dein Smartphone vor allem durch regelmäßige Updates, Apps aus offiziellen Stores und einen vorsichtigen Umgang mit Links, Dateien und Websites

Was versteht man unter Malware, Viren und Trojanern?

Unter dem Oberbegriff Malware versteht man vor allem Schadsoftware wie Viren, Trojaner und Würmer. Dabei handelt es sich um Programme, die Computer ebenso wie Smartphones und Tablets lahmlegen können. Horrorvorstellung!  

Von diesen Programmen gibt es viele verschiedene. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der jeweiligen Verbreitung: Während sich Handy-Viren in der Regel nur durch die aktive Beteiligung der Nutzer:innen ausbreiten und Computer-Würmer vergleichsweise autonom bestehende Systeme wie Bluetooth oder ein E-Mail-Programm zur Vervielfältigung nutzen, tarnen sich sogenannte Trojaner als nützliche Programme wie beispielsweise Handyspiele.


Digitale Trojanische Pferde gaukeln Anwender:innen einen vermeintlichen Mehrwert vor und führen im Hintergrund unerlaubte Funktionen aus. Häufig versteckt sich diese Form der Malware in Apps oder den Kopien von Apps. Die sogenannte Ransomware ist eine spezielle Form des Trojaners. Dabei handelt es sich um Schadsoftware, die dich am Zugriff auf deine Daten hindert und mit einer Lösegeldforderung versucht, Geld von dir zu erpressen. Spooky! Aber keine Sorge, mit unseren Tipps weißt du zukünftig genau, wie du am besten mit den unliebsamen Viren und Würmern umgehen musst. 

Welche Schäden werden von Viren und Trojanern verursacht?

Die Schäden, die Cyberkriminelle mithilfe von Handy-Viren, Trojanern und Würmern verursachen können, sind vielfältig. Die kriminelle Bandbreite reicht vom Datendiebstahl über das Versenden von Nachrichten an teure „Premiumdienste“ bis hin zur Spionage per Aktivierung von Ortungsdiensten, Kamera und Mikrofon.  

Auch die Zerstörung von Daten gehört zu den typischen Bedrohungen. Außerdem versuchen sich die Schadprogramme zumeist auf weitere Systeme auszudehnen. Das wiederum kann zur Folge haben, dass sich ein Handy-Virus von einem mobilen Endgerät auf das nächste überträgt und somit die Smartphones in deinem Umfeld verseucht. Das passiert häufig, indem schädliche Nachrichten oder Links ohne dein Zutun an deine Kontakte verschickt werden – sobald diese dann geöffnet werden, überträgt sich der Virus auf das Gerät. Spätestens jetzt checkt jeder, warum das Ganze Virus heißt.

Wie gelangt Malware aufs Smartphone?

Zunächst einmal kannst du dir Handy-Schadsoftware auf die gleiche Art und Weise einfangen wie Malware auf dem PC, also zum Beispiel über verseuchte Websites, E-Mails oder auch Downloads.

Darüber hinaus kommen für Handys aber auch weitere digitale Infektionsherde in Frage, die für den Desktop-PC seltener eine Rolle spielen. Ganz vorne mit dabei sind virenverseuchte Apps, per Bluetooth übertragene Daten sowie mobil optimierte Websites.  

Apps sind das Einfallstor Nummer eins, wenn es um Handy-Viren geht. Jedoch nutzen Cyberkriminelle hin und wieder auch Bluetooth zur Verbreitung von schadhaften Programmen. Bedenke also, dass grundsätzlich jede Form von Datenaustausch eine potenzielle Bedrohung darstellt.

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Achtung! Jede Form des Datenaustauschs kann für die Verbreitung von Viren genutzt werden.

Als besonders gefährdet gilt das Betriebssystem Android. Das liegt an der starken Verbreitung und den relativ breiten Möglichkeiten, auf Systemfunktionen und Daten zuzugreifen. Der Google Play Store wird regelmäßig vom „Play Protect“-Virusscanner durchsucht. Da es neben dem offiziellen Play Store jedoch noch weitere App-Stores gibt, sind die Möglichkeiten, Malware einzuschleusen, vielfältig. Du solltest daher nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen, also den offiziellen Stores, verwenden, um vor Schadsoftware safe zu sein.

Relativ sicher sind hingegen iPhones und iPads, da der Zugriff auf das System hier meist restriktiver gehandhabt wird. 

Malware auf dem Tablet

Für Tablets gilt nahezu dasselbe wie für Smartphones. Die Wahrscheinlichkeit, sich Schadprogramme wie einen Virus, Trojaner oder Wurm einzufangen, ist gegenüber dem herkömmlichen PC also ebenfalls deutlich geringer.  

Werden jedoch alternative App-Stores genutzt, Daten aus unseriösen Quellen heruntergeladen oder zahlreiche, nicht geprüfte Websites besucht, ist ein Virenscanner sinnvoll. Auch für Tablets gibt es diverse Antivirenprogramme von namhaften Marken und auch hier sind Android-Geräte deutlich gefährdeter als Produkte von Apple. 

Tipp: Viele bekannte Hersteller bieten Antivirus- und Sicherheitssoftware geräteübergreifend an. Mach es dir also einfach und verwende auf jedem Gerät die gleiche Antivirensoftware. Auf diese Weise kennst du dich gut mit dem Programm aus und kannst die Sicherheitseinstellungen besser verwalten, um den bestmöglichen Schutz zu erhalten. 

Trojaner Code

Wie erkenne ich, ob ich einen Virus oder Trojaner auf dem Handy habe?

Einige Viren und Trojaner schädigen die Software deines Handys recht offensichtlich – es werden beispielsweise über sogenannte Adware Werbeanzeigen außerhalb von Apps ausgespielt. Es können jedoch auch Anwendungen ohne deine Genehmigung installiert werden oder du erhältst – im Falle von Ransomware – Erpressungsmitteilungen mit der Aufforderung, Geld zu zahlen, damit du wieder auf deine Daten zugreifen kannst.

Andere Malware versucht, im Verborgenen zu bleiben, um dort illegalen Aktivitäten nachgehen zu können. In diesem Fall ist es für normale Smartphone-Nutzer:innen häufig gar nicht so leicht festzustellen, ob eine Infizierung vorliegt.

Zwei gute Hinweise auf einen verborgenen Trojaner- oder Virusbefall gibt es dennoch:  

 

1. Hoher Akkuverbrauch & Prozessor-Leistung:

Sind Anwendungen auf deinem Smartphone mit Viren oder Trojanern befallen, macht sich dies meist dadurch bemerkbar, dass sich dein Smartphone-Akku deutlich schneller leert als gewöhnlich. Der Grund dafür liegt in dem erhöhten Ressourcenverbrauch der infizierten Apps.

 

Überprüfen kannst du das bei den meisten Smartphones mit systemeigenen Mitteln. Sowohl bei iOS als auch bei Android gibt es in den Einstellungen einen Menüpunkt „Akku” – je nach Hersteller auch unter „Batterie“, „Akkuverbrauch” oder „Akkunutzungsverlauf” zu finden. Dort kannst du den Akkuverbrauch aller Apps einzeln einsehen und Schadsoftware schnell identifizieren.

 

Hast du das Gefühl, dass dein Handy von einem Tag auf den nächsten deutlich langsamer reagiert, sich aufhängt oder unübliche Leistungsabfälle aufweist, kann dies ebenfalls auf Schadprogramme wie Viren oder Trojaner zurückzuführen sein. 

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2. Datenverbrauch:

Ein weiterer Hinweis auf eine Infizierung mit einem Virus, Wurm oder Trojaner ist ein übermäßig hoher Datenverbrauch. Viele der Schadsoftwares tauschen große Datenmengen mit dem Netz aus. Ähnlich wie die Akkunutzung lässt sich auch der Datenverbrauch pro App in den Einstellungen einsehen. Diese Einstellung findest du:

  • bei Android meist unter „Datenverbrauch”, „Mobilfunknetz“ oder „Apps & Daten”
  • bei iOS unter „Mobilfunk”. Praktisch: Bei iOS lässt sich sogar der Zugriff auf mobile Daten individuell pro App ab- und anschalten

 

Zudem solltest du zur Sicherheit deine Kontobewegungen und Handyrechnungen im Blick behalten. Achte vor allem auf unübliche Transaktionen oder Abo-Gebühren. 

Was tun, wenn das Smartphone mit einem Virus infiziert ist?

Dein Akku ist in letzter Zeit innerhalb kürzester Zeit leer und zwischendurch stürzt dein Smartphone oder Tablet einfach ab? Dann ist es gut möglich, dass dein Gerät von Malware befallen ist.  

Wenn du die Befürchtung hast, dass du dir möglicherweise Malware auf deinem Smartphone eingefangen hast, solltest du umgehend – sofern noch nicht geschehen – ein Antivirenprogramm installieren. Scanne das Gerät damit auf den Befall von Viren, Trojanern und Würmern. Erkennt die Virenschutz-Software schadhafte Programme oder Scripts, sollten diese nachhaltig entfernt werden.

Ein Antivirenprogramm ist eine Anwendung, mit der du Computer, Smartphones oder Tablets auf Schadsoftware untersuchen kannst. In vielen Fällen prüft die Sicherheitssoftware das gesamte System in regelmäßigen Abständen. Eingehende Daten können ebenfalls direkt auf Malware geprüft werden. Zudem lassen sich bei vielen Programmen im Verdachtsmoment einzelne Mails, Dateien und Apps per Virus-Check auf Malware scannen. Alternativ werden Virenscanner auch als Antivirenprogramm, Virenschutz-Programme, Antivirus und kurz AVs bezeichnet. Antivirensoftware gibt es für alle gängigen Handy-Betriebssysteme. 

Virusschutz für dein Handy – diese Apps helfen

Leider gibt es keinen hundertprozentigen Schutz vor Viren, Trojanern und anderen Bedrohungen. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, um die Chancen, von Malware befallen zu werden, drastisch zu reduzieren. Die wichtigste Maßnahme ist – wie so oft – die Prävention, also das Vorbeugen eines Befalls mit Handy-Viren. Dies gelingt dir am besten mit einem umsichtigen Nutzungsverhalten und einer Virenschutz-Software. 

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Schütze dein Smartphone mit einer Antiviren-Software und einem umsichtigen Nutzungsverhalten.

Virusschutz für Android

Das Betriebssystem Android ist aufgrund seiner großen Verbreitung ein attraktives Ziel für Schadsoftware. Besonders riskant sind Apps aus alternativen App-Stores oder unbekannten Quellen. Installiere Apps und APK-Dateien deshalb möglichst nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie dem Google Play Store.

Und selbst im hauseigenen Store ist Vorsicht geboten. Auch hier sind in der Vergangenheit mehr oder weniger schadhafte Apps durchs Raster gefallen. Achte vor der Installation auf:

  • Anbieter und Bewertungen der App
  • die Anzahl der Downloads
  • ungewöhnliche oder unnötige Berechtigungen
  • einen insgesamt seriösen Eindruck

Vermutest du Malware auf deinem Smartphone, kann der abgesicherte Modus bei der Fehlersuche helfen. Dort laufen nur vorinstallierte Apps und Systemdienste. Funktioniert dein Handy im abgesicherten Modus wieder normal, kann eine nachträglich installierte App die Ursache sein.

Eine Antivirus-App für Android kann zusätzlichen Schutz über Play Protect hinaus bieten, besonders wenn du häufiger APK-Dateien oder Apps außerhalb des Play Stores installierst. Wähle dafür einen bekannten, vertrauenswürdigen Anbieter und halte Android sowie deine Apps regelmäßig auf dem neuesten Stand. 

Antivirus für iPhone und iPad

Gegenüber Android ist das Apple-Betriebssystem recht sicher. Nichtsdestotrotz ist auch dieses System nicht vor allen Malware- und Trojanerangriffen gefeit. Vorsichtig solltest du beim Surfen und Runterladen von Apps also dennoch sein.

Immerhin: Im Apple App-Store wird ausnahmslos jede Applikation vor Freischaltung durch das Unternehmen selbst geprüft. Der Store kann also als vergleichsweise sicher angesehen werden. 

Wenn du bei iOS-Geräten einen sogenannten Jailbreak durchgeführt hast, um alternative App-Stores zu nutzen, oder beispielsweise viele Daten von Cloud-Diensten lädst, ist ein Virenscanner empfehlenswert. Nutzer:innen, die ihr iPhone und iPad ohne Jailbreak nutzen, brauchen in der Regel aufgrund der Architektur von iOS nicht unbedingt einen Virenscanner. Falls du trotzdem auf Nummer sicher gehen möchtest, sind im App Store die bekanntesten Virenscanner-Softwares vertreten. 

Schutz für andere Betriebssysteme

Es gibt für nahezu jedes Handy-Betriebssystem entsprechende Sicherheitssoftware, um die Gefahr eines Virus- oder Trojanerbefalls zu minimieren. So beispielsweise auch für HarmonyOS. Wie sinnvoll Installation und Nutzung sind, hängt in jedem Fall vornehmlich von deinem Nutzerverhalten und der Sicherheit des Betriebssystems ab.

Der Virenscanner hilft nicht – was nun?

Bleiben erkannte Probleme trotz Antivirus auch weiterhin bestehen, solltest du dich an ausgewiesene Expert:innen – zum Beispiel den Hersteller des Smartphones oder eine zertifizierte Handy-Werkstatt – wenden.

Gegebenenfalls ist es notwendig, dass du das Smartphone auf die Werkseinstellungen zurücksetzt. Das ist zwar ärgerlich, da du durch die Zurücksetzung auf die Werkseinstellungen deine Daten verlierst, aber teilweise die einzige Chance, damit du dein Handy trotz Virus oder Trojaner weiterhin verwenden kannst. Falls das über die herkömmlichen Einstellungen nicht mehr möglich ist, kannst du einen „Hard Reset“ durchführen. Der Ablauf hierfür variiert von Modell zu Modell – schau am besten in der Bedienungsanleitung deines Handys oder online nach.

Übrigens solltest du dein Handy bei einem Virus- oder Malware-Befall nicht unbedacht mit anderen Geräten, wie zum Beispiel deinem PC, verbinden und Dateien übertragen. Sonst besteht die Gefahr, dass der Virus weitergegeben wird. 

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Fazit: Unsere Tipps, um Malware vorzubeugen

Wie du weißt, ist Vorsicht immer besser als Nachsicht. Daher möchten wir dir zum Abschluss gerne ein paar unserer Tipps mit auf den Weg geben, wie du für mehr Sicherheit auf deinem Handy sorgst und es vor Cyberkriminellen und Malware schützen kannst:  

  1. Nutze Zugangssperren per Passwort, Pin, Gesichtserkennung oder Fingerabdruck, um dein Smartphone vor dem Zugriff Dritter zu schützen  
  2. Ändere Zugangscodes und Passwörter, falls beim Erhalt des Smartphones bereits welche voreingestellt sind. Gleiches gilt für deine SIM-Karte
  3. Führe regelmäßig Updates durch. Zögere nicht, sondern führe Updates von Apps und der Betriebssoftware schnellstmöglich durch, um keine Sicherheitslücken zu riskieren
  4. Nutze nur den vorinstallierten App-Store deines Betriebssystems. Verzichte darauf, Anwendungen aus externen App-Stores herunterzuladen. Viele Viren und Trojaner werden über unseriöse Apps verbreitet
  5. Vermeide das Öffnen von Dateien auf mobilen Endgeräten. Insbesondere dann, wenn dir deren Ursprung nicht bekannt ist
  6. Besuche keine fragwürdigen Websites. Falls dir eine Warnmeldung angezeigt wird, dass die Verbindung nicht sicher ist, dann verlasse die Seite
  7. Klicke in E-Mails keine Links an, es sei denn, du hattest die entsprechende Mail erwartet und vertraust der Quelle
  8. Nutze seriöse Antivirenprogramme, die regelmäßig die Sicherheit deines Geräts prüfen
  9. Sperre bei deinem Provider kostenpflichtige SMS-Dienste, falls du dir um Trojaner Sorgen machst. Auf diese Weise können Handy-Trojaner keine teuren SMS an Dritte versenden 

Häufig gestellte Fragen