Biometrische Scanner im Handy

Iris und Gesicht als Alternative zum Fingerabdruck

Das Handy wird immer mehr zum Begleiter in allen Lebenslagen. Persönliche Daten, Fotos, Infos aber auch Bezahlfunktionen via Apps und Ähnliches sind damit sensible Inhalte, die beim Diebstahl oder Handyverlust nicht in falsche Hände geraten sollten.

Wie die biometrischen Scanner im Handy funktionieren, welche Handys darüber verfügen und was ihr sonst noch wissen solltet, erfahrt ihr hier.

Handys mit Iris-Scanner

Um deine Daten vor Fremdzugriffen schützen zu können, lassen sich die Hersteller immer wieder neue Techniken einfallen. Der Fingerabdruck ist dabei in den letzten Jahren quasi zum Standard geworden und bei fast allen Handys jeder Preisklasse mit an Bord. Für andere biometrische Sicherheitsfeatures, wie du sie vielleicht aus Filmen kennst, hatten Handys bis vor Kurzem aber einfach noch zu wenig Leistung und Speicher. Inzwischen bringen einige Smartphones jedoch ähnliche Performance, wie ein PC mit und so ist es mittlerweile möglich, einen Scan der Iris oder des Gesichts in unter einer Sekunde zu vollziehen und damit Zugriff aufs Smartphone zu bekommen oder einen App-Store Einkauf zu authorisieren.

Microsoft Lumia 950

Die ersten Handys mit Iris Scannern sind auch in Deutschland schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Pionier war hierzulande Microsoft mit dem bereits Ende 2015 erschienenen Lumia 950 und seinem großen Bruder Lumia 950 XL (siehe Abbildung).

Microsoft Lumia 950

Der Smartphone-Marktführer Samsung hat als erstes das 2016 erschienene Phablet Galaxy Note 7 mit einem Iris-Scanner ausgeliefert. Leider schaffte es das Gerät wegen technischer Probleme nicht in deutsche Shops und so wurden am Ende das Galaxy S8 und S8+ die ersten Samsung Smartphones, die in Deutschland einen Iris Scanner boten.

Der Iris-Scanner im Detail

Wenn ein Handynutzer den Iris-Scanner einrichtet, wird genau wie beim Fingerabdrucksensor zunächst der ganz individuelle biometrische Abdruck der Person eingelesen. Dafür muss der Iris-Scanner mit einem gewissen Abstand ans Auge gehalten werden.

Der Iris-Scanner kann beispielsweise aus einer eigenen Frontkamera und einer Infrarot-LED bestehen. Ist die Iris des Anwenders ausgelesen, wird in der Folge daraus ein maschinell lesbarer Code erstellt, der von nun an die Daten auf dem Handy sichert. Da die Iris mindestens so einzigartig wie ein Fingerabdruck ist, wird gewährleistet, dass auch wirklich nur du selbst das Handy von da an entsperren kannst. In Aktion kannst du das Ganze in diesem Video sehen: Fußballprofi Kyoungrok Choi vom FC St. St. Pauli hat für uns das Samsung Galaxy S8 getestet - inkl. Irisscanner!
 

 
Im Video-Test: Das Samsung Galaxy S8 mit Iris-Scanner

Schon heute per Blickkontakt entsperren mit dem Samsung Galaxy S8 | S8+

Noch sind nicht viele Handys mit Iris-Scanner ausgestattet. Die Vorreiterrolle im Sektor der Premium-Smartphones übernimmt das Samsung Galaxy S8/S8+. Neben neuen technischen Rafinessen wie Octa-Core-Prozessor und Infinity-Display ist das aktuelle Flaggschiff der Südkoreaner auch mit der neuen Entsperrtechnologie ausgestattet.

  • Iris-Scanner: Entsperren per Blickkontakt
  • beeindruckendes Infinity-Display mit 14,65 cm (5,8")
  • leistungsstarke Kamera mit 12 MP
  • wassergeschützt und widerstandsfähig nach IP68-Zertifizierung 561 IP68-Zertifizierung Schutz bei dauerhaftem Untertauchen bei 1,5 m Wassertiefe für 30 Minuten und ausschließlich in klarem Wasser. Kein Schutz bei Salzwasser und anderen Flüssigkeiten, insbesondere Seifenlauge, Alkohol und/oder erhitzter Flüssigkeit. Der SIM-Karten-/Speicherkartenhalter muss stets vollständig mit dem Gerät abschließen, so dass durch ihn kein Wasser eindringen kann.

Das Samsung Galaxy S8 & S8+ mit Iris-Scanner
Handys mit Gesichtsscanner

Nicht nur Fingerabdruck und Iris sind einzigartig: Auch im Gesicht lassen sich unzählige Punkte finden, die es so kein zweites Mal gibt. Der Nachteil dabei ist, dass auf Grund der Komplexität des Gesichtsscanners ein Handy viel Leistung benötigt und auch die verwendete Kameratechnik muss hohen Ansprüchen genügen. Daher ist der Gesichtsscanner bislang keine Technologie für den Massenmarkt, sondern wird vorerst High-End Smartphones vorbehalten bleiben. Vorreiter in diesem Bereich ist Apple mit dem Jubiläumsmodell iPhone X, das mit der Face ID genannten Technik per Gesichtsscan entsperrt werden kann. Dafür wurde bei diesem Handy erstmals auch auf den seit dem ersten iPhone bekannten iPhone-typischen Homebutton verzichtet.

So funktioniert der Gesichtsscanner

Damit dein Gesicht vom Handy eindeutig erkannt werden kann, muss das Handy zunächst seine besonderen Merkmale kennenlernen. Dazu werden beim Einrichten des Scanners zunächst einige Aufnahmen vom Gesicht des Nutzers gemacht. Einfach Fotos reichen natürlich nicht als Sicherheitsmerkmal aus. Das iPhone X projiziert beim Scan 30.000 Punkte aus unsichtbarem Infrarotlicht auf das Gesicht und nimmt das Bild mit einer speziellen Kamera auf. Dadurch lässt sich ein dreidimensionales Modell des Gesichts erstellen, aus dem dann die charakterisitschen Merkmale und Strukturen entstehen, die zur Identifikation dienen. Außerdem wird geprüft, ob der Nutzer beim Scan auf das Handy geschaut hat. So soll vermieden werden, dass Unbefugte einfach das Gesicht des Schlafenden Besitzers scannen, um unbemerkt auf sein Smartphone zuzugreifen.

Laut Apple soll das System extrem zuverlässig arbeiten und selbst dann funktionieren, wenn du eine Sonnenbrille, Schal oder einen Hut trägst. Gleichzeitig soll das System sicherer sein als der Iris Scanner, der von Sicherheitsforschern bereits überlistet werden konnte. Lediglich bei extrem ähnlich aussehenden Menschen, wie Zwillingen oder bei Kindern, deren charakteristische Merkmale sich noch verändern, könnte das System laut Apple Fehler machen. Kurz nach dem Verkaufsstart des iPhone X gelang es Experten Face ID zu überlisten, dazu waren aber detaillierte Fotos und ein anatomisch korrektes 3D Modell vom Kopf des Nutzers nötig - der Trick ist also nichts um mal schnell ein beliebiges iPhone zu knacken.