Handy-Display-Arten

Die Entwicklung von Technologien für Mobiltelefone ist seit den 90er Jahren sehr schnelllebig. Wenn man sich an den damaligen "Knochen" zurückerinnert, glaubt man kaum, dass dieses Handy einst der Grundstein für die Entstehung der heutigen Top-Smartphones war. Die ersten Handy-Displays waren monochrom mit extrem geringer Auflösung, was so viel heißt wie: schwarz-weiße Anzeige mit verpixelter Schrift. In der Entwicklung folgten grafische und später auch Farb-Displays. Heutzutage lassen sich Smartphones und Tablets fast ausschließlich über ein Touch Display bedienen.

Was für Display-Arten und -Gläser gibt es überhaupt? Was sagt die Auflösung über die Qualität deines Handy-Displays aus und was sind die neuesten Display-Technologien? Das alles und mehr verraten wir dir hier.

Handy-Display-Arten

Sony Xperia Z5 Premium Samsung Galaxy S7 iPhone 7 Huawei P9
Display-Typ 4K Ultra HD Display Quad HD Super AMOLED-Display Retina HD Display 4k Ultra HD Display
Auflösung & Pixeldichte 3840 x 2160 Pixel bei 806 ppi 2560 x 1440 Pixel bei 518 ppi 1334 x 750 Pixel bei 326 ppi 1080 x 1920 Pixel bei 426 ppi
Display-Größe 5,5 Zoll (13,97 cm) 5,09 Zoll (12,92 cm) 4,7 Zoll (11,94 cm) 5,2 Zoll (13,21 cm)
Leuchtkraft 556 cd/m² 855 cd/m² 625 cd/m² 374 cd/m²
Display-Glas Gorilla Glass Gorilla Glass Ion-X-Glas Gorilla Glass
Sonstiges wasserfest und staubdicht beidseitig gewöbtes Display 3D-Touch-Technologie Fingerabdrucksensor


Die aktuellen Display-Gläser

Die farbenprächtigen Touchscreen-Displays sind in den letzten Jahren nicht nur komfortabler, sondern auch robuster geworden. Dank der gehärteten Glasoberfläche sind die neuesten Smartphones und Tablets meist unempfindlich gegenüber Stößen und Kratzern.

Am häufigsten wird hier das Gorilla Glass verwendet, welches immer weiter entwickelt wird. Mittlerweile gibt es bereits Gorilla Glass 4, welches sich durch seine besonders hohe Kratz- und Bruchfestigkeit auszeichnet. Gorilla Glass ist beispielsweise in den Smartphones und Tablets von Samsung, Microsoft oder auch HTC verbaut.

Dragontrail Glass ist ebenfalls ein sehr bruch- und kratzfestes Glas, das allerdings gleichzeitig auch sehr dünn und flexibel ist. Das ermöglicht zum einen natürlich einen höheren Schutz vor Brüchen, zum anderen aber auch die Produktion von dünneren und leichteren Smartphones.

Das Spezialglas ist beispielsweise in den Modellen des Sony Xperia Z1 bis Z3 oder auch im Fairphone verbaut.

 

Die Bildschirmtechnik in Smartphones

Unter den gehärteten Schutzgläsern befindet sich dann die Bildschirm-Technik. Der Bildschirm besteht immer aus tausenden Bildpunkten - den Pixeln - welche dann wiederum, abhängig von der Technik, zwei oder drei "Subpixel" in Rot, Blau und Grün enthalten. Folgende Technologien kommen dabei zum Einsatz:

TFT:

TFT steht als Abkürzung für "Thin Film Transistor". Diese Technik steht stets in Verbindung mit LCD und reguliert die Helligkeit jedes Bildpunkts. Gleichzeitig werden die einzelnen Kristalle mithilfe der winzigen "Dünnschichttransistoren" mit elektrischer Spannung versorgt. Diese Spannung reguliert die Durchlässigkeit des Lichts bei den einzelnen Kristallen und so entstehen dann die Farben. Kommt beispielsweise durch das rote und das grüne Subpixel gleich viel Licht und das blaue ist währenddessen ausgeschaltet, mischen sich die Farben zu einem Gelb.

LCD:

LCD steht für Liquid Crystal Display, zu Deutsch: Flüssigkristall-Monitor. Hierbei bestehen die einzelnen Bildpunkte aus Flüssigkristallen, die allerdings nicht in der Lage sind von selbst zu leuchten. Daher benötigen sie eine Hintergrundbeleuchtung, was meist mittels LED gelöst wird. Das weiße Licht wird dann durch die Farbfilter der Subpixel in seine einzelnen Farben zerlegt, woraus sich letztendlich jede Farbe der Bildpunkte zusammensetzt.

S-LCD:

Super-LCD ist lediglich eine Weiterentwicklung der LCD-Technologie, wobei Schwachstellen ausgebügelt wurden. Beispielsweise fällt bei der S-LCD Technologie die Luftschicht zwischen Displayglas und Anzeigeschicht weg, damit Reflexionen des Umgebungslichts vermieden werden.

IPS:

IPS bedeutet "In-Plane-Switching" und ist sozusagen eine Technologie, die LC-Displays ergänzt. Dabei soll IPS die Blickwinkelstabilität verbessern. Der Winkel, in dem man das Display betrachtet, hat dadurch keinen Einfluss auf Farb-, Kontrast- oder Helligkeitsveränderungen. Diese Technologie ist ein wichtiger Fortschritt in der Entwicklung der Handy Displays und daher haben die meisten aktuellen Smartphones mit LCD auch IPS.

AMOLED:

Das "Active Matrix Organic Light Emitting Diode" Display ist quasi eine Erweiterung vom LCD. AMOLED benötigt im Gegensatz zu den Flüssigkristallen keine Hintergrundbeleuchtung, da hierbei selbstleuchtende Dioden eingesetzt werden. Dabei wird jedes Pixel einzeln angesteuert, wodurch das Display, insbesondere bei Bildern mit viel Schwarz, sehr viel stromsparender als andere Technologien ist. Im Gegensatz zu den anderen Displays kommt hier aus technischen Gründen das Subpixel Schema der PenTile Matrix zu Einsatz, bei dem die Pixel nach dem RotGrünBlauGrün-Schema angeordnet sind. Ein Pixel besteht bei dieser Anordnung nicht aus drei, sondern nur aus zwei Subpixeln (rot-grün und blau-grün). Durch diese Anordnung kann das Bild etwas unschärfer wirken, bei den hohen Auflösungen moderner Smartphones fällt das aber kaum auf. AMOLED-Bildschirme sind vor allem für hohe Sättigung, knackige Kontraste, tiefe Schwarzwerte und eine gute Blickwinkelstabilität bekannt.

SUPER AMOLED:

Der Super AMOLED Bildschirm ist ein Marketingbegriff, den Samsung ins Leben gerufen hat. Statt der bei den AMOLED Bildschirmen verwendeten PenTile-Matrix benutzt Samsung hier wieder ein traditionelles RGB-Schema, bei dem sich ein Pixel aus den drei Subpixeln Rot, Grün und Blau zusammensetzt.

RETINA:

Das Retina Display ist eine Schöpfung von Apple. Hierbei handelt es sich um herkömmliche LCDs mit IPS-Technologie. Der Begriff Retina bezeichnet im Englischen die Netzhaut des Auges, denn die Auflösung bei den Apple Bildschirmen soll so hoch sein, dass das menschliche Auge die einzelne Bildpunkte nicht mehr erkennen kann.


Auflösung und Pixeldichte: Was dahinter steckt

Als eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale bei Smartphones wird meist die Auflösung bezeichnet. Diese wird durch die Anzahl der Pixel in Höhe mal Breite ausgedrückt. Die Pixeldichte ist ein weiterer Indikator für eine hochwertige Display-Qualität und wird in ppi ("pixels per inch") gemessen. Sie besagt, wie viele Pixel sich auf einem Zoll Display befinden. Die gesamte Pixeldichte gibt daher einen besseren Aufschluss über die tatsächliche Schärfe des Displays als die Auflösung. Dabei hat ein größeres Gerät mit HD-Auflösung eine geringere Pixeldichte als ein kleineres Gerät mit gleicher Auflösung. Das kleinere Gerät zeigt daher viel schärfere Bilder an. Demzufolge ist die Bildschirmgröße also ebenfalls von großer Bedeutung.

Fazit: Je größer das Display, desto größer sollte auch die Auflösung sein.

 

Vergleich der Pixeldichte von Galaxy S2 und Galaxy S6 edge+

Abbildung: Vergleich der Pixeldichte von Galaxy S2 und Galaxy S6 edge+

 

 

Evolution der Pixeldichte in den letzen Jahren

Die Pixeldichte bei Smartphone-Displays nimmt stark zu. Allein in den vergangenen fünf Jahren hat sie sich bei der Samsung-Galaxy-Serie mehr als verdoppelt.

Die Auflösung, also die Anzahl der Bildpunkte, beträgt beim Samsung Galaxy S6 edge+ sogar das Zehnfache des Samsung Galaxy SII.

Evolution der Pixeldichte in den letzen Jahren

Die neuesten Trends bei Handy Displays

Die Entwicklung der Handy Displays steht nicht still. Immer wieder kommt ein Smartphone mit einem neuartigeren weiterentwickelten Display auf den Markt. Dabei steht nicht immer zwangsläufig die Technik im Vordergrund, sondern auch verschiedene Features. Diese verschiedenen Trends möchten wir euch vorstellen.

 

 
Edge-Screen und Multi Window

Das Samsung Galaxy S6 edge+ überzeugt nicht nur mit einem Quad-HD-Super-AMOLED-Display, sondern bietet auch direkt zwei weitere Features, die kein Smartphone bisher in der Art aufweist. Mit dem Edge Screen kann man zusätzlich zur normalen Fläche viele weitere Funktionen nutzen und sich Informationen anzeigen lassen. Beispielsweise lassen sich blitzschnell die VIP-Kontakte öffnen. Oder man stellt sich die Nachtuhr ein. Mit dieser Funktion wird der Bildschirm, während man schläft, nur mit minimaler Helligkeit beleuchtet.

Nicht weniger innovativ kommt das Huawei Mate S daher: Das intelligente Display erkennt, ob das Handy mit den Fingerspitzen oder den Knöcheln bedient wird. So lassen sich per Knöchelgeste etwa blitzschnell bestimmte Apps öffnen. Alles dazu und mehr im Video.

 

4K-Display

Das Sony Xperia Z5 Premium ist das erste Smartphone mit einer gestochen scharfen 4K-Auflösung. 4K hat die vierfache Auflösung von Full HD. Die Pixeldichte von 806 ppi ist doppelt so hoch wie die der meisten anderen Smartphones. Insbesondere wenn man sein Smartphone viel benutzt, um Fotos zu schießen, Videos zu machen oder Filme anzusehen, ist die Auflösung von großer Bedeutung.

4K-Display - Sony Xperia Z5 Premium

Drucksensitive Touchscreens

3D Touch und Force Touch

3D Touch bedeutet im weitesten Sinne, dass der Touchscreen drucksensitiv ist. Leichtes Berühren und festes Drücken kann hierbei unterschieden werden und hilft so beim Navigieren. Das Display reagiert je nachdem, wie fest du es berührst, unterschiedlich. Diese Entwicklung hat sich bereits bei mehreren Smartphones durchgesetzt.

Beispielsweise hat das neue iPhone 6s 3D Touch integriert. Dadurch lassen sich Inhalte von Apps ansehen, ohne dass man sie wirklich öffnen muss. Durch kurzes Antippen erhält man eine Vorschau. Möchte man sich den Inhalt genauer ansehen, tippt man etwas kräftiger. Weiterhin können vom Homescreen aus Aktionen ausgeführt werden, für die man vorher direkt in die App hätte gehen müssen. Durch einen Fingerdruck auf die Telefon-App kannst du z.B., ohne diese zu öffnen, deinen Lieblingskontakt direkt anrufen.

3D Touch und Force Touch

Abbildung: Dieses Menü öffnet sich beim festen Druck auf das App-Symbol

 
Hier ein Beispiel der 3D-Touch-Funktion anhand des iPhone 6s:

Bisher brauchte man mehrere Schritte, bis man ein Selfie machen konnte. Man musste erst das Kamera-Symbol drücken, dann von der Haupt- zur Frontkamera wechseln und erst dann konnte man den Auslöser drücken. Das geht jetzt viel schneller und einfacher.

Du musst nun nur fest auf das Kamera-Symbol drücken und schon öffnet sich das Schnellmenü mit seinen Kameraoptionen (Selfie, Video, Slow-Mo-Video, Foto). Klickst du dann auf Selfie, so wird automatisch die Frontkamera aktiviert und du kannst direkt dein Selfie schießen.


Handys mit integrierter Waage

Das soll es geben? Ja! Ein ganz besonderes Feature der neuen drucksensiblen Displays ist die integrierte Waage. So lassen sich mit dem Smartphone kleine Gegenstände ganz einfach mithilfe des Handy Displays wiegen. Wolltest du schon immer mal wissen, wieviel Gramm ein Apfel auf die Waage bringt - diese Handys können es dir sagen.

Sicherlich gibt es für diese Funktion (im Moment) noch nicht so viele praktische Anwendungsmöglichkeiten, aber jede Technologie entwickelt sich weiter und wer weiß, was diese Technologie morgen für neue Möglichkeiten bieten kann.

Handys mit integrierter Waage

Abbildung: Huawei Mate S mit integrierter Waage (nur in der Variante mit 128 GB Speicher)