Fingerabdruckscanner in Smartphones

Die Fingerscan-Technologie wird seit Jahrzehnten in der Kriminalistik als zuverlässiges Instrument zur Verbrechensbekämpfung oder als Identifikationsmittel in Zugangs- oder Kontrollsystemen verwendet. Seit der Einführung des iPhone 5s und dessen neuer Funktion Touch ID kommt auch ihr seit 2013 in den Genuss, Fingerabdruckscanner zu nutzen.

Wissenswertes über Funktionsweise, Sicherheit und Handys mit Fingerabdrucksensoren

Fingerabdrucksensoren in Smartphones machen sich das gleiche Prinzip zunutze wie die erkennungsdienstlichen Systeme der staatlichen Behörden: sie gehen davon aus, dass jeder menschliche Fingerabdruck einzigartig ist. Denn nicht einmal eineiige Zwillinge verfügen über den selben Fingerprint. Der Fingerabdruckscanner, der auf dem Smartphone zumeist im Home-Button integriert ist, scannt mittels eines Sensors den aufgelegten Finger ab und erstellt ein digitales Abbild. Dieses wird mit dem hinterlegten Fingerabdruck anhand vieler Merkmale abgeglichen. Dabei wird nicht nur die Hautoberfläche zur Identifikation berücksichtigt, sondern auch die tieferen Hautschichten gescannt.

Die unteren Regionen der Haut stellen für den Fingersensor die sog. „Lebenderkennung“ sicher. Mit Hilfe der Infrarottechnik überprüft die Software einen möglichen Betrugsversuch, indem das Gewebe untersucht wird. Simpel ausgedrückt: Lebendiges Gewebe reflektiert Infrarotstrahlen, totes Gewebe nimmt sie auf. Handys mit Fingerabdruckscanner machen es Betrügern demnach schwer, einen Abdruck bspw. von Glas oder Tischplatte zu kopieren und an den Fingerabdruckscanner zu halten.

 

 

Wie sicher ist das Entsperren per Fingerabdruck?

Viele Smartphone-Nutzer verwenden heute gar keinen Entsperrcode. Dein Fingerabdruck ist einmalig! Du hast ihn immer bei dir und es gibt keinen zweiten Fingerabdruck, der mit deinem übereinstimmt. Einfacher geht es eigentlich gar nicht. Daher begeistert die Technologie des Fingerabdrucks auch so viele Smartphone-Nutzer. Wenn du dein Handy per Fingerabdruck entsperren möchtest, musst du zunächst einen Code einrichten. Dieser wird auch weiterhin für den Neustart oder andere sicherheitsrelevante Bestätigungen benötigt.

Hersteller wie Apple oder Samsung speichern den Fingerscan als Hashcode und nicht etwa als digitales Bild. Dieser Hashcode wird lokal auf dem Telefon und nicht auf zentralen Servern hinterlegt. Genauso wie bei der Speicherung von Passwort-Informationen lassen sich ausgelesene Hashcodes nicht rekonstruieren. Das und die Einzigartigkeit des persönlichen Fingerabdrucks schützen dein Handy optimal. Alles in allem kann man also von einem hohen Sicherheitsfaktor ausgehen.

Die Fingerabdruck-Technologie stellt damit eine interessante und sehr einfache Alternative zum gewöhnlichen Entsperrcode dar. Die Technik gilt alles in allem als ausgereift und sicher und kommt auch in anderen Bereichen zum Einsatz, in denen es auf eindeutige Identifikation ankommt. Warum den eigenen Fingerabdruck also nicht einfach zum Entsperren des eigenen Handys nutzen?

Wie sicher ist das Entsperren per Fingerabdruck?

Abbildung: Fingerabdrücke werden nicht als Bild, sondern als Hash-Code gespeichert.

 

 

Touch ID im iPhone - Flaggschiff der Fingerabdrucksensoren?

Apple war das erste Unternehmen, das Fingerabdrucksensoren in seine iPhones eingebaut hat. Mit dieser Neuheit wurde vor einigen Jahren auch eine Debatte um Datenschutz losgetreten. Touch ID, die Fingerabdruck-Verwaltung auf dem iPhone, wurde dabei von Sicherheitsexperten insgesamt als praktikabel, zuverlässig und der Sicherheit zuträglich bewertet. 

Mit Touch ID lässt sich die Bedienung des iPhones noch weiter vereinfachen und effizienter gestalten. Nicht nur beim Entsperren des Home-Screens ist der Fingerabdruckscanner im Einsatz, sondern auch bei der Bezahlung im App Store iTunes. Außerdem unterstützen immer mehr Apps Touch ID: Passwortmanager, Bank-Apps, Secret Browser, Dropbox, Evernote oder Amazon sind nur einige Beispiele.

Und auch der Fingerabdruckscanner, der in Samsung-Smartphones verbaut wird, steht Touch ID in Sachen Praktikabilität in nichts nach. Das Unternehmen hat eine Partnerschaft mit PayPal, was es theoretisch möglich macht, mit dem Fingerprint Manager bei allen PayPal-Partnern an Ladenkassen zu bezahlen.

Auch Microsoft springt auf den Zug auf und bringt im Spätsommer mit dem Betriebssystem Windows Phone 10 die biometrische Authentifizierung ins Spiel. „Windows Hello“ wird zukünftig in der Lage sein Username und Passwort zu ersetzen. Um den Nutzer eindeutig zu identifizieren wären dann Fingerabdruck-, Gesichts- oder Iriserkennung denkbar, abhängig davon welches Nokia Lumia Smartphone genutzt wird. Wie auch bei der Touch ID von Apple werden die zur Identifizierung gewonnenen Daten ausschließlich lokal auf dem Handy gespeichert. Bedenken in Sachen Datenschutz gibt es somit auch hier keine.

 

Abbildung: iPhone 8 mit Touch ID

Die Zukunft des Fingerabdruckscanners

Ein Manko des Fingerabdruckscanners war es bislang, dass er nicht an beliebiger Stelle im Handy integriert werden konnte. Nicht nur musste der Sensor gut zugänglich sein, auch wenn das Smartphone nur mit einer Hand gehalten wird. Er durfte vor allem nicht unter anderer Technik versteckt werden. Die meisten Hersteller haben den Sensor daher bislang im Homebutton verbaut. Da der aktuelle Trend jedoch immer mehr zu großen, möglichst randlosen Displays geht, ist der Sensor dort im Weg. Bislang konnten die Hersteller dieses Problem nur lösen, indem sie den Sensor auf die Geräterückseite versetzt haben, wo er z.B. mit dem Zeigefinger berührt werden konnte.

Beim Galaxy S8 wollte Samsung einen anderen Weg gehen und den Scanner direkt im Display integrieren. Leider war die Technik zu ungenau und so entschied man sich auch hier für einen Fingerabdruckscanner auf der Rückseite des Geräts. Auf der CES 2018 in Las Vegas wurde dann im Januar der entscheidende Durchbruch präsentiert. Erstmals gelang es einen verlässlichen Scanner unsichtbar hinter dem Display zu verbauen. Das erste Handy mit dieser neuen Technik wird allerdings wohl nicht von einem der großen Hersteller kommen, sondern von dem hierzulande relativ unbekannten chinesischen Hersteller Vivo. Das X20 getaufte Smartphone soll voraussichtlich ab Ende September 2018 verfügbar sein. Ob es auch nach Deutschland kommt, ist bisher (Stand Januar 2018) nicht bekannt.

Abbildung: Samsung Galaxy S8 mit Fingerabdruckscanner auf der Rückseite


Zusätzliche Sicherheit beim Bezahlen per NFC

Near Field Communication - kurz NFC - ist in  ist nahezu in allen neueren Smartphones integriert. Als internationaler Übertragungsstandard dient die Funktion zum drahtlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen. Beispielsweise können mit NFC verschiedene Geräte per Berührung gekoppelt, Kontaktdaten ausgetauscht oder ortsabhängige Aufgaben eingestellt werden. Neuerdings kann man auch mittels NFC bezahlen. Hier kommt der Fingerabdruckscanner ins Spiel, welcher zusätzliche Sicherheit für diese Zahlungsmethode bieten soll. Hierbei soll jeder Einkauf durch Berührung des Fingerabdruckscanners genehmigt werden. Die zusätzliche Funktion verhindert die Fremdnutzung beim Bezahlen via NFC und fördert somit den individuellen Käuferschutz.


 
 

Welche Handys sind mit Fingerabdrucksensor ausgestattet?

Eines ist sicher: Fingerabdruckscanner sind keine Eintagsfliege und gehören mttlerweile zum Standard in vielen Smartphones. Seit dem iPhone 5S verfügen alle Apple Handys über die Touch ID-Funktion, nur beim iPhone X hat Apple erstmals einen anderen Weg beschritten und völlig auf den Homebutton und damit auf den FIngerabdruckscanner verzichtet. Das Smartphone verfügt stattdessen über einen biometrischen Gesichtsscanner. Samsung hat den Fingerabdruckscanner erstamls im Galaxy S5 und dem Galaxy Note 4 verbaut und setzt seitdem auch bei den meisten Galaxy S und Note Modellen auf die Technik.

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